God save the Queen + Paul Rodgers (Olympiahalle, München 2008)
03. October 2008Tatsächlich, Queen sind wieder unterwegs - wer hätte das gedacht. Während Daniel noch warten wollte, bis die Jungs wieder mit Freddy auf Tour gehen (hmmm?), hab ich mich nicht lange bitten lassen. Was haben wir also: Brian May an der Klampfe, klar, Roger Taylor am Schlagzeug und dann Paul Rodgers als neuer Frontmann. Meine Erwartungen sind vorsichtig optimistisch, Löwenbräu kann die Laune aber etwas ankurbeln.
Die Olympiahalle ist jedenfalls rappelvoll, bis ganz die Ränge rauf unters Dach. Keine abgehängten Bereiche - alles ist vorbildlich ausverkauft. Ohne lästige Support-Band geht’s kurz nach Acht los. Queen + Paul Rodgers haben gerade ein Album zusammen eingespielt ("The Cosmos Rocks"), von dem in der Olympiahalle auch etwas zu hören ist ("C-lebrity"). Aber vor allem die alten Stücke sind heute gefragt: "The Show Must Go On", "Another One Bites The Dust", "We Are The Champions", "We Will Rock You" und "Radio Ga Ga" mit den bekannten Sing-alongs und Synchron-Klatschern sind dabei. Die Olympiahalle ist gut drauf und die Leute beweisen, dass sie mal ins Booklet geschaut haben - textsicher wird jeder Song mitgeschmettert.
Interessant ist, dass alle drei Hauptprotagonisten ausgiebige Solo-Sets spielen, schließlich sind ja Brian May und Roger Taylor auch solo tätig. Überzeugen kann da aber vor allem Paul Rodgers, der mit den bekannten Stücken seiner früheren Bands Free und Bad Company einige Fans zum begeisterten Mitsingen brachte: "Feel Like Making Love", "Bad Company", "All Right Now" sind Volltreffer. Klasse ist auch das Drum ‘n Bass-Solo, das Roger Taylor auf der kleinen Bühne spielt, die über einen langen Steg ins Publikum geflanscht ist. Los geht’s mit einem Bass-Solo - Taylor trommelt auf den Saiten eines E-Kontrabass. Dann geht’s weiter auf der Bassdrum, die er an der Oberseite mit den Sticks beackert. Mehr ist noch nicht da. Das Schlagzeug wird mitten im Drumsolo erst Stück für Stück aufgebaut. Er spielt die neuen Kessel schon, während der Roadie sie noch in der Hand hält und verschraubt. Sehr lustige Idee!
Paul Rodgers hat sich bestens eingefügt in die Queen-Rumpfmannschaft. Er machte nicht den Fehler, Freddy Mercury zu imitieren, sondern hat die Songs einfach auf seine Art interpretiert - mit etwas mehr Blues im Organ. Überhaupt ist der Mann bestens bei Stimme, was einem schon Respekt abnötigt. Schließlich ist der Mann schon seit den 60ern im Geschäft (mit Free). Auch bei Brian May und Roger Taylor hapert es nicht beim Gesang. Mit Paul Rodgers haben sie aber definitiv einen charismatischen, sympatischen und stimmgewaltigen Frontmann gefunden. Freddy ist trotzdem jederzeit präsent: Brian May widmet ihm einen Song, bei "Bohemian Rhapsody" singt Freddy sogar selbst von der Videowand, bis Paul Rodgers den zweiten Teil übernimmt. Zu den Klängen von "God Save The Queen" verabschiedet sich die wiedergeborene Pomp-Rock-Königin nach einem fast zweieinhalbstündigen Set. Die 60 Euro war es mir wert. Mehr Fotos gibt es hier.
Queen + Paul Rodgers, Olympiahalle, München, 1.10.2008
Setlist
Surf’s up - School’s out
Tie Your Mother Down
Fat Bottom Girls
Another One Bites The Dust
I Want It All
Break Free
C-lebrity
Seagull
Love Of My Life
39
I’m In Love With My Car
It’s A Kind Of Magic
Say It’s Not True
Bad Company
Feel Like Making Love
Bijou
Last Horizon
Radio Ga Ga
Crazy Little Thing Called Love
The Show Must Go On
Bohemian Rhapsody
Cosmos Rocks
All Right Now
We Will Rock You
We Are The Champions





