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Rock your socks off.

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Tatsächlich, Queen sind wieder unterwegs - wer hätte das gedacht. Während Daniel noch warten wollte, bis die Jungs wieder mit Freddy auf Tour gehen (hmmm?), hab ich mich nicht lange bitten lassen.  Was haben wir also: Brian May an der Klampfe, klar, Roger Taylor am Schlagzeug und dann Paul Rodgers als neuer Frontmann. Meine Erwartungen sind vorsichtig optimistisch, Löwenbräu kann die Laune aber etwas ankurbeln. 

Queen + Paul Rodgers

Die Olympiahalle ist jedenfalls rappelvoll, bis ganz die Ränge rauf unters Dach. Keine abgehängten Bereiche - alles ist  vorbildlich ausverkauft. Ohne lästige Support-Band geht’s kurz nach Acht los. Queen + Paul Rodgers haben gerade ein Album zusammen eingespielt ("The Cosmos Rocks"), von dem in der Olympiahalle auch etwas zu hören ist ("C-lebrity"). Aber vor allem die alten Stücke sind heute gefragt: "The Show Must Go On", "Another One Bites The Dust", "We Are The Champions", "We Will Rock You" und "Radio Ga Ga" mit den bekannten Sing-alongs und Synchron-Klatschern sind dabei. Die Olympiahalle ist gut drauf und die Leute beweisen, dass sie mal ins Booklet geschaut haben - textsicher wird jeder Song mitgeschmettert.

Interessant ist, dass alle drei Hauptprotagonisten ausgiebige Solo-Sets spielen, schließlich sind ja Brian May und Roger Taylor auch solo tätig. Überzeugen kann da aber vor allem Paul Rodgers, der mit den bekannten Stücken seiner früheren Bands Free und Bad Company einige Fans zum begeisterten Mitsingen brachte: "Feel Like Making Love", "Bad Company", "All Right Now" sind Volltreffer. Klasse ist auch das Drum ‘n Bass-Solo, das Roger Taylor auf der kleinen Bühne spielt, die über einen langen Steg ins Publikum geflanscht ist. Los geht’s mit einem Bass-Solo - Taylor trommelt auf den Saiten eines E-Kontrabass. Dann geht’s weiter auf der Bassdrum, die er an der Oberseite mit den Sticks beackert. Mehr ist noch nicht da. Das Schlagzeug wird mitten im Drumsolo erst Stück für Stück aufgebaut. Er spielt die neuen Kessel schon, während der Roadie sie noch in der Hand hält und verschraubt. Sehr lustige Idee!

Paul Rodgers hat sich bestens eingefügt in die Queen-Rumpfmannschaft. Er machte nicht den Fehler, Freddy Mercury zu imitieren, sondern hat die Songs einfach auf seine Art interpretiert - mit etwas mehr Blues im Organ.  Überhaupt ist der Mann bestens bei Stimme, was einem schon Respekt abnötigt. Schließlich ist der Mann schon seit den 60ern im Geschäft (mit Free). Auch bei Brian May und Roger Taylor hapert es nicht beim Gesang. Mit Paul Rodgers haben sie aber definitiv einen charismatischen, sympatischen und stimmgewaltigen Frontmann gefunden. Freddy ist trotzdem jederzeit präsent: Brian May widmet ihm einen Song, bei "Bohemian Rhapsody" singt Freddy sogar selbst von der Videowand, bis Paul Rodgers den zweiten Teil übernimmt. Zu den Klängen von "God Save The Queen" verabschiedet sich die wiedergeborene Pomp-Rock-Königin nach einem fast zweieinhalbstündigen Set. Die 60 Euro war es mir wert. Mehr Fotos gibt es hier.

Queen + Paul Rodgers, Olympiahalle, München, 1.10.2008

Setlist

Surf’s up - School’s out
Tie Your Mother Down
Fat Bottom Girls
Another One Bites The Dust
I Want It All
Break Free
C-lebrity
Seagull
Love Of My Life
39
I’m In Love With My Car
It’s A Kind Of Magic
Say It’s Not True
Bad Company
Feel Like Making Love
Bijou
Last Horizon
Radio Ga Ga
Crazy Little Thing Called Love
The Show Must Go On
Bohemian Rhapsody
Cosmos Rocks
All Right Now
We Will Rock You
We Are The Champions

Mustasch - 59:1 Club, München

12. September 2008

Irgendwo in der Schnittmenge aus Volbeat, Motörhead und (den guten) Metallica zocken die vier Schweden von Mustasch ihren schwer in Nacken und Beine fahrenden Metal. Dass die Truppe "nur" im kleinen 59:1 spielt, hat mich gewundert, dass selbst dieser Club halb leer bleibt, ist ein Skandal. Ein bisschen kurzfristig war der Termin vielleicht. Trotzdem: Nach einigen Festival-Auftritten, mit einem Hammeralbum am Start ("Latest Version Of The Truth") und einem Clip auf der Rock-Hard-DVD sollte sich herumgesprochen haben, dass hier was Großes passiert.   

Mustasch

Schau mal lieb! Uuuh, das andere lieb!

Die Show von Mustasch hat’s in sich. Das macht glatt die Rotz-Rock-Formation Supercharger wieder vergessen, die vorab mit Mega-Marshalls den Saft auf den Ritzen im Gemäuer pressen wollte, ansonsten aber eher durch Posen als durch Können auffiel. Jetzt sind fette Riffs und treibender Rhythmus aus Schweden angesagt. Jawoll, meine Herrn! Fliegende Matten wo man hinschaut. Ein paar freundlich in die Menge geworfene evil looks und lustige Ansagen in erstaunlich gutem Deutsch, schon brodelt der Club. Ein Trüppchen Schweden bangt direkt vor der Bühne und darf sogar mit rauf zur Band, um die Vocals zu übernehmen. Sänger und Gitarrist Ralf Gyllenhammar dreht eben mal schrammelnd eine Runde durchs Publikum. Ein Mädel bekommt einen "free lap dance" mitten im Riff-Gewitter. Vielen Dank an den Erfinder des Belt Packs für kabellose Gitarristen-Ausflüge! Der Frontmann ist einfach ein Urviech. Mit der Bühnenpräsenz von Hetfield (in der Version "nett") steht er breitbeinig da und schüttelt einen Kracher nach dem anderen aus dem Ärmel. Die Band wird gewaltig abgefeiert, und die Managerin am Merchandise-Stand verscheuert einen Haufen CDs und Shirts an diesem Abend. Eine der lustigsten und sympatischsten Shows seit langem!

Mustasch, 59:1, München, 11.09.2008

Jetzt ist der Sommer bald rum und ein heißer Rock ‘n Roll-Herbst steht ins Haus. Mein Stapel Konzertkarten steht auf einem persönlichen Rekordhoch von 13 Stück. Eine Geldanlage erster Güte! Und so lohnt sich der Konzert-Tipp diesmal so richtig.

4.9. Dredg

Muffathalle, München

Vor Jahren hab ich ein Bootleg dieser Band bekommen, die durch komplexe Songs und Experimentierfreude aus der Alt.-Rock-Ecke heraussticht. Mittlerweile scheint die Musik etwas eingängiger, um nicht zu sagen popiger, zu werden. Bin gespannt, ob sie die Muffathalle füllen.

 

11.9. Mustasch

59:1, München

Auf die Jungs freue ich mich besonders. Sie machen ihr Ding und passen so recht nicht in die üblichen Schubladen. Heavy Metal mit diversen Einschlägen und angenehmem Gesang in mittlerer Tonlage - hat fast schon Seltenheitswert! Bei MySpace kann man reinhören - Hammerrrrriffs!

 

17.9. Emmylou Harris

Philharmonie, München

Die Folk-/Country-Instanz, die zuletzt ein Album mit Mark Knopfler veröffentlichte, hat nun wieder ein Soloalbum im Gepäck. Wird sicher eine tolle, entspannte Show mit astreinem Sound in den heiligen Hallen der Philharmonie - für alle, die bereit sind, ordentlich Geld auf den Tisch zu legen.

 

19.9. Meshuggah

Backstage Werk, München

Schon wieder Metal aus Schweden! Diesmal eher thrashig-proggiger Natur mit Jazz-Anteilen und Brüll-Gesang. Klingt meschugge? Ebend. Ab ins Backstage Werk!

 

24.9. Hellacopters

Backstage Werk, München

Schweden, immer nur Schweden! Doch wie wohl mittlerweile jeder mitbekommen hat: Die Hellacopters schmeißen hin. Es ist eine Schande, und ich will dabei sein. Wer den hitverdächtigen, eingängigen Garage Rock ‘n Roll des Fünfers noch einmal auf Abschiedstour erleben will, sollte das jetzt tun oder muss auf die Reunion in 30 Jahren warten.

 

26.9. Pelican & Torche

Feierwerk, München

Pelican sind eine hammerharte Instrumental-Truppe, die langsamen, treibenden Metal ohne nerviges Geschrei spielt. Hab sie vor zwei Jahren im Backstage Club gesehen, gleich ein paar Platten gekauft und mich immer auf ein Wiedersehen gefreut! Die Support-Band Torche kannte ich bisher noch nicht, doch was man bei MySpace anhören kann, klingt vielversprechend.

Ich habe ziemlichen Nachholbedarf. So viele Konzerte, so wenig Zeit zum Bloggen. Da wären zum Beispiel Iron Maiden in Prag (hier ein externes  Review der geilen Show) und Death Angel im 59:1 in München, dann auf einer ganz anderen Baustelle die Gutter Twins und Woven Hand - beide im Wochenabstand im Ampere in München. Die Zeit reicht kaum, um die Fotos zeitnah hochzuladen.

Und jetzt also ein spontaner Road Trip nach Coburg zu Neil Young. Finally! Ich hab ja immer gelauert, dass er zu mir kommt. Ich meine, er weiß schließlich, wo er mich findet. Aber nö, Berlin, Leipzig, Oberhausen, Hamburg, nochmal Berlin - nur München war nie dabei. Aber dann Coburg. Immerhin noch in Bayern. Ich wäre aber nie dahin gekommen, wenn Wolfgang nicht den BMW angeworfen hätte und mit Marco und mir der Sonne entgegen nach Norden gebraust wäre.

Neil Young 01

Gelohnt hat sich der Aufriss: Als Headliner des Coburger Open Airs 2008 hat Neil Young mit seiner "Electric Band", die der Kerntruppe der Prairie-Wind-Band entspricht, ein perfektes Greatest-Hits-Set mit einigen Überraschungen gespielt. Die elektrischen Kracher "Powderfinger", "Cortez The Killer", "Rockin’ In The Free World", "Hey Hey My My (Into The Black)" und akustische Perlen wie "Old Man", Heart Of Gold" und "The Needle And The Damage Done" reihten sich aneinander, dass einem ganz schwindelig wurde. Der Hammer, welche Granaten Neil gleich zu Beginn abwirft. Ein einziger Titel vom jüngsten Album "Chrome Dreams II" hat es schließlich ins Programm geschafft: "Spirit Road" - ich hätte mich mehr über das überlange "Ordinary People" gefreut oder vielleicht auch "Box Car", zwei meiner liebsten Ex-Rarities.

Zwischendrin spielte die Band dann drei komplett neue Songs: "Sea Change", "Just Singing A Song", die schon bei vorangegangenen Gigs zu hören waren, und "When Worlds Collide", zum ersten Mal live aufgeführt. Weltpremiere in Coburg! ;-) "Sea Change" ist in meinen Augen das schwächste der neuen Stücke. Aber "Just Singing A Song" hat was. Die drei Songs findet man vielleicht demnächst auf einem neuen Album wieder. Oder hört sie nie wieder. Die Liste der unveröffentlichten und nur ein paar Mal live gespielten Songs ist bei Neil Young länger als der Bart, der einem bei der Warterei auf die "Archives" wächst. Ich hab ein wunderbares 5-CD-Bootleg-Set namens "5 Times or Less", das Bände spricht.

Überraschungen waren für mich das lustig dahin holpernde "Get Back To The Country" vom Country-Album "Old Ways" und das uralte, brilliante "Everybody Knows This Is Nowhere" vom zweiten, gleichnamigen Longplayer, bei dem anno dazumal Crazy Horse als Komplizen erstmalig auffällig wurden. Yeah! Okay, dafür mochte ich "Mother Earth" nie, und dass Neil Young sich dafür in Coburg ganz alleine in der hinteren Bühnenecke "einen orgelt", macht einen lahmen Song auch nicht besser. Dafür kam die geflügelte Mini-Orgel, die schon verheißungsvoll unter den Scheinwerfern baumelte, nicht zum Einsatz - ich hatte sie für ein sicheres Zeichen für "Like A Hurricane" gehalten!

Apropos Crazy Horse. Die sind grad abgemeldet. Und das ist gut so. Dank Ben Keith bekam zum Beispiel "Heart of Gold" wieder diese wunderbaren Steel-Guitar-Sounds wie auf "Harvest". Denn auf dem 72-er Album hat eben jener Ben Keith mitgewirkt. Auch Chad Cromwell ist ein willkommenes Upgrade gegenüber dem Crazy-Horse-Drummer Ralph Molina. Das uninspirierte Gekloppe hat mich zuletzt auf Alben wie "Greendale" nur genervt. Aber live sind Crazy Horse natürlich eine Naturgewalt.

Aber zurück zum Coburger Open Air… Am Schluss gab’s dann noch als einzige Zugabe "A Day In The Life" von den Beatles. Überraschend insofern, als dass Neil Young eher selten covert, höchstens mal einen aufgeHendrixten Dylan-Klassiker. Der Song passte wunderbar und endete mit einer Exekution: Vier Saiten der Les Paul gingen beim manischen Schlussgeschrammel zu Klump. Aus und vorbei. The Damage Done.

Setlist (Thanks to Sugar Mountain!):

Love And Only Love
Hey Hey, My My
Everybody Knows This Is Nowhere
Powderfinger
Spirit Road
Cortez The Killer
Cinnamon Girl
Helpless
Mother Earth
The Needle And The Damage Done
Unknown Legend
Heart Of Gold
Old Man
Get Back To The Country
Just Singing A Song
Sea Change
When Worlds Colide
Cowgirl In The Sand
Rockin’ In The Free World

(encore)
A Day In The Life

Wer’s ein bisserl härter mag, der kriegt am 4. August im Backstage ein Doppelpack um die Löffel gehauen: Killswitch Engage und As I Lay Dying. Okay, es ist Metalcore. Viele Metalfans hassen Metalcore. Unter anderem, weil bei Metalcore immer so Kiddies rumhopsen. Das ist nicht unbedingt einladend. Die zwei Bands dürften aber trotzdem spaßig werden.

Wer noch nichts von den Gutter Twins gehört hat, braucht sich nicht wundern. Das ist das neue Projekt des umtriebigen Mark Lanegan (Screaming Trees, Queens of the Stone Age) zusammen mit Ex-Afghan Wings Greg Dulli. Die beiden haben gerade ein sehr cooles Album eingespielt und touren jetzt durch die ganz klitzekleinen Clubs.

 

Killswitch Engage & As I Lay Dying

4.8.2008

Backstage Werk, München

 

The Gutter Twins

20.8.2008

Muffatwerk Ampere, München

 

Ärgerlich, wenn die Supporttruppe schon spielt, wenn man die Halle endlich entert. In diesem Falle besonders doof, weil vor Iced Earth anscheinend niemand mehr als Vorvorband gespielt hat, so dass wir trotz pünklichen Aufschlagens im Zenith den Anfang des Iced-Earth-Sets verpassen. Die Halle ist bereits gut gefüllt, und der Eingang praktischerweise verstopft. Was sollte das mit dem schmalen Mini-Eingang an der Seite? Geht es noch langsamer beim Einlass? Drängel, drängel, schnell noch ein Spezi geschnappt und nach vorn ins Gewühle also. Dort ist dank zwischengeschalteter Absperrung auch halbwegs Platz.

Iced Earth

Huch - wo sind denn die Haare? Matt Barlow hat die Haare-bis-zum-Arsch-Frisur in ein pflegeleichtes 2-mm-Modell eingetauscht. War wohl bei der Homeland Security nicht so ein Ankommer, die Metalmatte? Geil, die Band rockt richtig los, der Sound ist allerdings Zenith-üblich so naja. Bei diesen großen Hallen scheint es immer irgendwie zu hallen. Hehe, kleiner Reim am Rande. Aber hey, ich steh auf die Jungs und hab richtig Spaß. Um sich viel zu bewegen ist es eigentlich viel zu heiß, die Brühe läuft. Das Set ist vorzüglich. Ich freue mich über das kraftvolle "Dracula", Michela kennt  immerhin "Melancholy". Schade, mit "Iced Earth" kommt schon der Rausschmeißer. Ich muss sagen, mit Matt gefällt mir die Band auch live einen Tick besser. Zumal Matt eine stimmliche Kondition hat, die sagenhaft ist. Ripper Owens schien nach anspruchsvollen Passagen immer ein wenig aus der Puste. 

Beide Truppen haben sich wiedervereinigt und neue Alben sind auf dem Weg in die Läden. Bei Judas Priest sind bereits neue Songs zu erwarten, die Jungs um Jon Schaffer haben nur die Klassiker im Gepäck. Der Umbau klappt schnell, weil das Priest-Inventar mit Aufbauten und Laufstegen schon hinter dem Vorhang zusammengezimmert ist.

Rob Halford taucht in einem silbernen Priestergewand oben auf einer Plattform auf, als Judas Priest mit einem neuen Song vom noch nicht veröffentlichten Konzeptalbum "Nostradamus" loslegen. Priest seh ich zum ersten Mal. "Metal" Gods", "Between The Hammer And the Anvil", "Hell Patrol" und das unverzichtbare Monsterriff "Breaking The Law" brettern ordentlich. Die neuen Stücke dazwischen fallen vor allem durch eher monotonen Gesang auf. Das gesamte Set lässt die typischen Halford-Screams vermissen. Man wird eben auch nicht jünger. Dafür sind die neuen Sachen epischer angelegt und entwickeln sich daher nur langsam. Mittlerweile ist das Album ja draußen, und entgegen der eher verhaltenen Kritiken finde ich es jetzt gar nicht so übel. Ich kann das Doppelalbum durchaus genießen - es ist halt nicht unbedingt das Material drauf, das man von Priest erwarten würde. Und manche Songs sind auch ein bissel lahmarschig, aber bei zwei CDs sind halt auch ein paar ruhigere, langsamere Sachen dabei. Live werden die Nostradamus-Tracks auch etwas vorsichtig beäugt. Die üblichen Bühnen-Gimmicks sind ganz nett anzusehen - Outfitwechsel und Winkelemente, eine kurze Sitzpause auf dem Motorrad - "Fahren" kann man das ja nicht nennen - und ein Thron für Rob gehören zu den Hinguckern. Ein bisschen Bewegung auf der Bühne hätte aber auch nicht geschadet.

Judas Priest

Also ehrlich gesagt haben mir Iced Earth unterm Strich etwas besser gefallen. Die Band ist spieltechnisch erste Sahne, die Songs sind druckvoll, abwechslungsreich und clever strukturiert und ballern voll auf die Hundert. Und der lahm über die Bühne schlurfende Rob, den Blick schön nach unten gerichtet, kommt als Frontsau auch nicht an Matt Barlow heran. Da werden jetzt viele Konzertbesucher anderer Meinung sein, aber ich weiß nicht so recht: Priest wirkte schon etwas schnarchig dagegen. ;-) Matt war an dem Abend auch der bessere Shouter, der von den tiefen Lagen bis zu den Screams alles souverän singen konnte. Trotzdem haben auch Priest ihre Sache gut gemacht, und die Metalheads haben jedes bekannte Stück lautstark mitgesungen. Keine Frage, auch ich hatte viel Spaß.

Judas Priest, Zenith, München, 24.06.2008

Meine Fotos von dem Abend im Zenith gibt’s bei Flickr. Unten stehen noch die Setlists, darin verlinkt sind ein paar bei YouTube gefundene Mitschnitte  - von genau diesem Münchner Gig. Und zu guter Letzt gibt’s hier noch einen anderen Konzertbericht.

 

Iced Earth Setlist

Vengeance Is Mine
Declaration Day
Violate
Pure Evil
Ten Thousand Strong
Dracula
The Coming Curse
Melancholy (Holy Martyr)
My Own Saviour
Iced Earth

 

Judas Priest Setlist

Prophecy
Metal Gods
Eat Me Alive
Between The Hammer And The Anvil
Devil’s Child
Breaking The Law
Hell Patrol
Death
Dissident Aggressor
Angel
Electric Eye
Rock Hard, Ride Free
The Sinner
Painkiller

(encore)

Hell Bent For Leather
The Green Manalishi

(encore)

You’ve Got Another Thing Coming

Krass, worauf man so unvermutet stößt: Phillip Boa hat auf seiner Website jede Menge Setlisten veröffentlicht. Dabei ist auch die Setliste vom Konzert auf der Moritzbastei, einem Studentenclub in Leipzig.  Das war am 23.6.1998, und ich war da.

Plötzlich weiß ich beim Lesen der Titel wie "Albert Is A Headbanger", "This Is Michael" und "Kill Your Idols" wieder, warum ich so selten die Platten höre, aber auf den Boa-Konzerten so viel Spaß habe.

Ich hab ihn fast zehn Jahre später in München nochmal gesehn, diesmal mit den Jungs und dem Mädel vom Voodoo Club. Der gleiche Wahnsinn! Als wäre keine Zeit vergangen.

Das Set:

Get terminated
Bells of sweetness
Sleep with me
Kiss my soul
Satellitte man
Fiesta
I dedicate my soul to you
Bliss Disco
Love me lika an alien
Lord Garbage
Albert is a headbanger
Poison envy
Fine art in silver
Like gods and heroes in spring
The laughing moon
Love spread around me

(Zugabe)

Annie flies the love-bomber
Love on sale

(Zugabe)

This is Michael

(Zugabe)

Kill your ideals

Teure Konzertkarten

09. July 2008

Zum Glück finden die meisten Konzerte in kleinen Hallen oder Clubs statt, wo Preise für Tickets und Getränke normalerweise sehr fair sind. Kommen aber die ganz Großen, dann muss man richtig blechen, um die dann mit Abertausend anderen in der Olympiahalle oder im Zenith zu sehen. Bei mehreren Platzkategorien nehme ich immer die teuerste, vorzugsweise Stehplätze. Wenn ich schon da bin, will ich wenigstens etwas sehen.

Kris Kristofferson: 37 - 94 Euro

14.7.2008, Circus Krone, München

Emmylou Harris: 47 - 87 Euro

17.9.2008, Philharmonie, München

Tina Turner: 50 - 159 Euro

23., 24., 27. & 28.2. 2009, Olympiahalle, München

Elton John: 50 - 175 Euro

22.11.2008, Olympiahalle, München

Okay, an der Stelle passe ich. Ich hab mir einmal die Stones für 100 Mark angesehen (beim ersten Mal auch hier noch 65 Mark)  und einmal Neil Young für 100 Euro.  Aber Kris? Emmylou? Tina? Oder gar Elton? Ich denke nicht. Obwohl ich Emmylou Harris gern mal gesehen hätte, aber das ist schon teuer. Auch für mich als Konzertfreak.

Grunge ist tot, es lebe der Grunge! Die Alternative-Rock-Dinos Dinosaur Jr spielen treibenden Rock, mal mit Neil-Young-Gitarrengeschrammel, mit gequältem Nirvana-Genuschel oder purer Foo-Fighters-Energie. Etwa zehn Jahre nach dem letzten Lebenszeichen kam die Wiedervereinigung in Urbesetzung und mit einem Album, das nahtlos an die alten LPs anschließt. Dinosaur Jr werden zwar dem Grunge nie so recht zugeordnet, weil sie schon fünf Jahre vor Nirvana, Pearl Jam und Konsorten einen düsteren Alternative-Rock-Sound spielten. Und sie haben es geschafft, eine sympatische Kultband zu bleiben, die nie den Bekanntheitsgrad der großen Grunge-Kollegen erreichte.

Gerade deshalb freut es, dass die Muffathalle sich doch recht ordentlich füllt und sich das alte Grunge-Feeling nochmal einstellt. Egal, sind die langen Haare eben grau geworden. Besteht die Brille halt aus zwei dicken Aschenbechern. So what? Dafür klingt alles authentisch und zeitlos. Und man kann die drei Jungs vor dem Konzert noch ganz entspannt draußen auf dem Hof des Muffatwerks rumlatschen und die letzten Sonnenstrahlen haschen sehen.

Dinosaur Jr live in der Muffathalle, München 2008

Dinosaur Jr
2008-05-23
Muffathalle, München

Hörproben gibts bei Youtube: Been There All the Time vom aktuellen Album "Beyond" Feel the Pain vom Album "Without a Sound"

Gestern abend blättere ich die letzten Seiten des Rock Hard durch, ziemlich gerädert und höchstens noch mit einem Auge. Bang! Ich sitz aufrecht im Bett. In der Konzertvorschau seh ich den Knaller. Beim Judas Priest-Konzert in München (am 24. Juni 2008 im Zenith), für das Michela (!) und ich schon ein Weilchen Karten besitzen, werden Iced Earth als Support dabei sein. Weihnachten, Geburtstag & Heavy-Metal-Reunion-Party zugleich? Aber hallo!

Man muss dazu ja wissen, dass Judas Priest wieder mit Rob Halford und Iced Earth grad kürzlich auch wieder mit Matt Barlow wiedervereint sind. DIE Sänger also. Wobei ja Iced Earth zusammen mit dem “Ripper” Owens auch witzig gewesen wären. Der Ripper hat ja mal ersatzweise bei Priest geflötet, dann tat er selbiges bei Iced Earth. Da hätte man hübsch durchwechseln und mit Gastauftritten spielen können. Aber egal. Den Ripper hab ich ja schon gesehn mit Iced Earth. Der nächste bitte. Tim Owens hat übrigens jetzt bei Yngwie Malmsteen angeheuert.

Im Juni kommt dann auch eine neue Single von Iced Earth mit Barlow raus, im Herbst soll dann ein Longplayer folgen, der die “Something Wicked”-Reihe fortsetzt. Man darf gespannt sein. Das darf man auch bei Priest, die schon am 17. Juni mit ihrem Konzeptalbum “Nostradamus” am Start stehen. Vorab kann man den Titeltrack und den Song “Visions” bei Epic Records anhören.

So, jetzt muss ich erst mal wieder runterkommen. Puh. Morgen geht’s erst mal zu den Grunge-Altvätern von Dinosaur Jr. Da kann ich mir die nötige Traurigkeit mitgeben lassen.