Es ist wieder Münchener Filmfest. Diesmal nicht gleichzeitig mit dem FFF, dem Fantasy Filmfest, das auch in München stattfindet. Das war ein Stress letztes Jahr. Aber das Filmfest ist ganz anders als das kleine, lauschige Fantasy Filmfest – beim Filmfest trampeln Horden von Regisseuren, Schauspielern, ‘Cinematographern’, und durchgestylten Möchtegern-Dabeiseiern herum. Das ist wie eine Clique. Man leuchtet heraus wie eine orangefarbene Boje, fühlt sich wie ein Alien in einer Welt, in der sich jeder kennt. Oh Mann, ich will doch nur den Film sehen, tut mir leid, dass ich hier mitten unter Euch stehe und auf Einlass warte. Schon auf der Straße zwischen Maxx, Gasteig und Rio stöckeln dann aufgehübschte Mädels hinter dir, die davon schwärmen, dass sie mal ne Leiche in einem russischen Film spielen durften. Das wäre so cool gewesen. Glückwunsch.
Und da sind natürlich die Macher der Filme, die auf dem Filmfest laufen. Die lauern da überall, also ist Vorsicht geboten. Wenn du plötzlich im Blitzlichtgewitter stehst, dann steht so einer hinter dir – nix wie weg da! Man möchte ja nicht blöde grinsend in der Süddeutschen landen. Und manchmal steht man dann auch vor dem Film oder danach vor dem Kino rum und da steht dann Jürgen Vogel, der mir übrigens in KDD als Bösewicht gut gefallen hat, neben dir, und der ist kleiner als du. Das belastet einen doch! Und dann Iris Berben mit ihren werweißwievielen Lenzen: sie ist verdammt gut aussehend. Ich hab ein paar Mal geschaut und dann gedacht, nee. Neeeeee! Das is sie nicht. Die ist ja zu jung. Tja, nach dem Film kam sie mit dem Rest von Cast und Crew nach vorn und bingo, sie wars.
Aber manchmal greift man dann auch ordentlich rein: Ich hab den Typen hinter mir in der Reihe angegiftet, dass er das Pochen an meinem Sessel unterlassen soll. Da kriegt man ja einen an der Klatsche. Tja, das war der Vater des Hauptdarstellers, wie sich wenig später herausstellte. Aber der war nicht weiter böse, denn er war mächtig stolz auf Junior, der hier die Säle füllte. Und so geht es dauernd: Alle dort scheinen sich zu kennen, Leute begrüßen sich quer über die Stuhlreihen, fragen, ob sie auch einen Film hier laufen haben, ob sie von Monis neuem Projekt gehört haben, ob sie einen guten Beleuchter wüssten und amüsieren sich, dass Dieter jetzt einen Sat.1-Film machen müsste, ähh, pardon, dürfte. Kicher-kicher.












Diesmal ist das FFF spät in München.