So gut hab ich mich schon lange nicht mehr amüsiert. Gestern abend war Henry Rollins in der Muffathalle in München zu sehen. Ohne Band, ohne Musikprogramm, sondern mit einer Menge Anekdoten aus dem Musik-Umfeld und nachdenklich machenden, hinreißend komischen Geschichten von seinen verrückten Reisen zu den ungewöhnlichsten, Tourismus-feindlichsten Orten der Welt, wie Beirut, Teheran oder Pakistan. Er redet schnell, ist wortgewandt und Energie geladen. Es sprudelt nur so aus ihm heraus. Der Mann hat eine Mission, aber das wussten wir ja. Mach die Welt zu einem besseren Ort. Geh auf die Leute zu, lerne sie kennen, anstatt dein Wissen um die Welt aus den Fox News zu ziehen. Ha, ausgerechnet. Rollins beweist dabei einen tollen Humor, der nie auf Kosten anderer geht. Eigentlich steckt er selbst am meisten ein, von Eitelkeit keine Spur. Sogar Präsident Bush kommt einigermaßen glimpflich davon. Aber nur, weil er ihn entkommen lässt.
Uhrenvergleich. Drei Stunden hat Henry Rollins auf der Bühne gestanden, brillante Standup-Comedy geboten und uns an seinen Weisheiten teilhaben lassen. Die Zeit verging wie im Flug.
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